Anders als bei interessensspezifischen Portalen stellen Empfehlungsportale wie beispielsweise KennstDuEinen, Golocal, oder kununu branchenübergreifende Kunden- und Arbeitnehmerbewertungen zur Verfügung. Um eine missbräuchliche Nutzung und somit eine mögliche Rufschädigung zu vermeiden, überprüfen die Portalbetreiber bei eingehenden Bewertungen unter anderem die entsprechende E-Mail-Adresse oder Domain des Einstellers auf ihre Herkunft. Bei einigen ist der Eintrag von Bewertungen ausschließlich nach vorheriger Registrierung möglich.

Empfehlungsportale – authentische Laufstege für Firmen in ihrer Funktion als

Leistungsanbieter:
Empfehlungsportal YelpEmpfehlungsportal QypeEmpfehlungsportal Mr. WongEmpfehlungsportal KennstDuEinen.deEmpfehlungsportal Golocal

Marktführer bei den sogenannten Bewertungsportalen war der Städteguide „Qype“, seit Oktober 2013 aufgekauft von der Bewertungsplattform „Yelp“.  Aber auch  „Kennstdueinen“, „Golocal“ und „Yelp“ sind als Empfehlungsportale im Bereich der Städte- und Restaurantführer eine bekannte Größe. Bei Mister Wong wiederum können Website-Adressen empfohlen oder lesenswerte Dokumente geteilt werden. Die Nutzer haben die Möglichkeit, Bewertungen der verschiedenen Leistungen oder Services zu veröffentlichen, welche direkt mit der entsprechenden Unternehmens-Homepage verlinkt werden können.

Nutzergruppen:

  • Städteguides werden eher von Netz- und vor allem Mobile-App-affinen Nutzern aufgesucht, da viele unterwegs die besten Freizeit- und Einkaufstipps suchen und vergeben. Für spezielle Themen wie Gesundheit, Erziehung oder Autos interessieren sich dagegen Internetnutzer jeder Altersgruppe.

Brancheneignung:

  • Ursprünglich als Restaurantführer gestartet, werden beim Marktführer Quipe mittlerweile branchenübergreifend Treffpunkte sowie Produkte und Dienstleistungen empfohlen, die schnell und nah am Kunden sind.
  • Einen Ausschnitt aus der Bandbreite der bewerteten Branchen im Netz zeigt diese Grafik. Bei Themengebieten abseits der benannten Marktführer, sollte man Web-Adressen hinsichtlich ihrer Aktualität und Relevanz recherchieren.

Art der Beiträge und Frequenz:

  • Öffnungszeiten, Produkt- und Leistungsbeschreibungen, aktuelle Events und Sonderaktionen sollten tagesaktuell in diese Portale eingestellt werden.
  • Mit Bewertungstools auf der eigenen Website oder Hinweisen auf Geschäftsunterlagen kann man die Kunden zur Abgabe ihrer Meinung auffordern und diese wiederum in die eigene Homepage einbinden.

Arbeitgeber:
Arbeitgeberbewertungsportal kununu
Für den deutschen Markt ist „kununu“ das größte Arbeitgeberbewertungsportal. Auf Kununu werden nicht nur Arbeitsplätze hinsichtlich Gehalt oder Fluktuation bewertet, sondern auch Bewerbungsverfahren und Ausbildung. So erhält der Nutzer die Chance, beim potenziellen Arbeitgeber auch mal hinter die Kulissen zu schauen.

Gleichzeitig können Unternehmen dort kostenpflichtig offene Stellen anbieten und ein umfassendes Profil anlegen, das von der Selbstdarstellung bis hin zu Bewerbungstipps reicht. Kununu, als bekanntestes Empfehlungsportal im Bereich der Arbeitgeberbewertung, informiert nach eigenen Angaben monatlich etwa 1 Mio Fach- und Führungskräfte, Absolventen und Studenten sowie Ausbildungsplatzsuchende. Die Bewertungsstrategie ist auf Unternehmen aller Größen und Branchen anwendbar.

Wie bei allen fremdgesteuerten Einträgen, trägt der Portalbetreiber auch bei Empfehlungsportalen nur dafür Sorge, dass rechtswidrige Einträge gelöscht bzw. nicht veröffentlicht werden. Bei negativen Bewertungen hat das Unternehmen die Möglichkeit einer Stellungnahme bzw. Richtigstellung – aber gesagt ist halt gesagt. Daher gilt bei Kritik:

  • zügig antworten, aber nicht überstürzt
  • sachlich, nicht emotional mit Kritik umgehen
  • zeitlich länger zurückliegende Vorkommen nicht wieder aufgreifen, da sonst Google-Eigendynamik entsteht und entsprechende Links immer wieder aufploppen
  • auf berechtigte Kritik möglichst persönlich eingehen und Fehler zugeben
  • bei unberechtigter Kritik mögliche Missverständnisse versuchen, auszuräumen, Lösungsvorschläge anbieten und die eigene Linie durchhalten, sofern überzogene Kritk oder Forderungen bestehen bleiben
  • bei komplexeren Vorgängen lohnt sich die Einrichtung einer Landing Page, auf der das Thema umfassender erläutert werden kann

Empfehlungsportale haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und so gibt es für fast jedes Themengebiet Communities. Allerdings bleibt immer abzuwägen, welchen Stellenwert man einer Bewertung einräumen kann. Ein wichtiger Indikator für die Einschätzung von Bewertungen ist unter anderem die Anzahl der vorliegenden Bewertungen, die Aktualität oder die Bewertungstiefe. Letztlich ist jedoch immer zu berücksichtigen, in welchem Kontext eine Bewertung abgegeben wurde und um welche Zielgruppe es sich dabei handelt.

Für ein Firmenengagement in Meinungsportalen, unabhängig davon, ob sie aus Kunden- oder Arbeitnehmersicht entstanden sind, gilt grundsätzlich:

  • Authentische Beiträge ohne überzogene Eigenwerbung
  • Konstruktive Kommentare aufgreifen und einbinden
  • Einträge auf dem neuesten Stand halten
  • Visuelle Aufbereitungsmöglichkeiten nutzen (Fotos, Video)
Empfehlungsportale