facebook  eine der meistbesuchten Websites: Datensammlung und -weitergabe in großem Stil

facebook Teil 2 – facebook bald Recruiting-Portal Nr. 1?

Bei der Nutzung des weltweit größten Social Networks facebook, zeichnet sich ein neuer Trend ab. Ein erster Versuchsballon steigt zur Zeit in den USA. Hier stellt der Social Netzwerker versuchsweise eine App bereit, in der Annoncen der größten US-amerikanschen Jobportale zusammenlaufen. Bereits 90 Prozent der US-amerikanischen Unternehmen nutzen die Chance, die rund 152 Millionen Nutzer (prognostiziert für 2013 laut aktueller Studie von Statista.com.) direkt ansprechen zu können.

Hinsichtlich der Rekrutierung gerade junger Leute mausert sich facebook allmählich zu einer veritablen Konkurrenz für Jobportale. Laut Meedia.de bezieht “mittlerweile die Hälfte der US-Arbeitgeber facebook in die Mitarbeitersuche ein. 90 Prozent der Unternehmen seien sogar der Meinung, dass dank des Networks weniger Stellenanzeigen in Zeitungen geschaltet werden müssten.” Sicher wird es nicht lange dauern, bis facebook damit auch hierzulande aktiv wird. Insofern ist diese Plattform mittelfristig besonders interessant für Unternehmen, die auf den ständigen Zulauf gerade jüngerer Bewerber angewiesen sind. Das lange Zeit geltende Tabu, facebook für berufliche Zwecke zu nutzen, wird mehr und mehr gebrochen. Eine sogenannte Karriereseite auf facebook wird daher wohl künftig immer mehr zur Pflicht, denn zur Kür.

Allgemeines:
Seit der Gründung im Jahr 2004 zählt facebook mittlerweile eine Fangemeinde von rund
955.000.000 aktiven angemeldeten Nutzern!!! Davon entfallen allein auf Deutschland mehr als
20 Mio. Man befindet sich also in guter Gesellschaft…
facebook, anders als Xing oder LinkedIn, ist eine soziales Netzwerk, welches hauptsächich privat genutzt, aber zu kommerziellen Zwecken Daten sammelt. So nüchtern kann man den Hauptnutzen für Facebook wohl beschreiben. Seit dem Börsengang im Mai diesen Jahres steht dieser Aspekt sicherlich noch mehr im Vordergrund.
Jeder der mindestens 13 Jahre alt ist, kann Mitglied des Netzwerks werden, indem er sich “einfach” registriert. Eintrittspreis sind die persönlichen Daten des Nutzers. Mindestens Name, Vorname und Geburtsdatum benötigt die Anmeldemaske um die Registrierung durchzuführen.

Vorteil für Unternehmen:
Für registrierte Unternehmen und Einzelfirmen ist facebook – rein aus Marketingsicht gesehen – eine Goldgrube. Anhand der gesammelten Daten lassen sich die Nutzer nach bestimmten Merkmalen, Vorlieben oder Bedarfen in Gruppen zusammenzufassenlassen. Daraus ergibt sich für die Unternehmen ein optimaler Ansprachekanal.
Die Daten der User generieren sich nicht nur aus den bei der Registrierung gemachten Angaben, sondern bilden das komplette Nutzerverhalten (Konsumverhalten, Kontakte, Medienverhalten etc.) ab.

Kann man es sich vor dem Hintergrund eigentlich leisten, noch kein facebook-Nutzer zu sein?
Die facebook-Karriere startet mit der Erstellung eines persönlichen oder eines Firmenprofils. Hier lässt sich festlegen, welche der gemachten Angaben der Öffentlichkeit zugänglich sein sollen und welche “Privat” und nur für Freunde zu sehen sind. Fotos, Videos und/oder Podcasts vervollständigen die Vorstellung. Hier zeigt sich bereits eine gute Möglichkeit, crossmedial sein Profil mit einem Youtube-Video oder der eigenen Homepage zu verlinken. Einer Studie zufolge nutzen Unternehmen Social Media deshalb zur Unterstützung Ihrer Kommuikationsaktivitäten. 60% sehen hier eine Chance, ihre Öffentlichkeitsarbeit abzurunden. Mehr als 70% setzen facebook für ihr Marketing ein.

Weitere Vorteile einer Facebook-Präsenz
Unter anderem folgende Möglichkeiten eröffnen sich Unternehmen durch facebook:

  • Steigerung der Bekanntheit,
  • Minimierung des Streuverlusts bei der Zielgruppenansprache,
  • Maßnahmen zur Imagepflege,
  • Kundenbindung intensivieren,
  • Responsemöglichkeit schaffen,
  • Traffic für die eigene Homepage steigern (mittels Verlinkung), Suchmaschinenoptimierung,
  • Interaktion in kleinen Gruppen zum Beispiel bei internationalen Projektarbeiten etc.

Erfolgsmessung
Ob facebook für ein Unternehmen eine sinnvolle Ergänzung der Marketing und PR-Maßnahmen darstellt lässt sich ebenfalls anhand verschiedener Kriterien herausfinden. Die Qualität des Nutzens lässt sich zum Beispiel anhand

  • der Anzahl der wiederkehrenden Besucher,
  • des Inhaltes der Nachrichten/Kommentare,
  • der Abonnements,
  • der generierten Verkäufe/Anfragen

bewerten.
Aussagen über die Quantität bieten unter anderem die Anzahl der

  • Besucher/Fans,
  • aufgerufenen Seiten,
  • Kommentare,
  • Klicks auf die Homepage.

Wichtige Überlegungen im Vorfeld
Die Frage der Erfolgsmessung ist einer der vielen Aspekte, die im Vorfeld der Profil-Einrichtung zu klären sind:

  • Welche Ziele werden verfolgt?
  • Wer ist die anzusprechende Zielgruppe?
  • Ist ausreichend interessanter Content vorhanden?
  • Wer legt das Profil an?
  • Wer übernimmt die, doch zeitintensive, Pflege der facebook-Präsenz?
  • Gibt es im Unternehmen jemanden, der über die notwendige Kommunikationssicherheit verfügt und sich der Sache annimmt oder ist es sinnvoll eine Agentur zu beauftragen?
  • Wie mache ich die facebook-Seite bekannt?
  • Passt Facebook zu meiner Unternehmens- und Produktphilosophie?
  • Welche Informationen über das Unternehmen sollen auf facebook verbreitet werden?
  • Wer kennt sich mit den Tücken der Registrierung aus und trägt Sorge für die richte Auswahl der umfangreichen Optionen?

Aber wieviele Unternehmen nutzen überhaupt soziale Netzwerke um ihre PR- und Marketingmaßnahmen voranzutreiben?
Eine Befragung unter Marketingentscheidern mittelständischer Unternehmen zeigt, dass nur etwa 36% einen Vorteil in einer Unternehmenspräsenz auf dacebook sehen. Jeder zweite Entscheider ist allerdings der Meinung, dass Videos auf Youtube zu neuen Kontakten führen.

Im B2B.Bereich ist es oft schwierig, Inhalte ansprechend und interessant zu gestalten. Ein gutes Beispiel für eine gelungene facebook-Verknüpfung mit Youtube ist die Vorstellung des KUKAnizers.

Sensible Aspekte der Facebook-Nutzung
Natürlich hat die Medaille auch eine Kehrseite. Zu nennen wären beispielsweise:

  • Fragwürdiger Datenschutz
  • Technische Mängel
  • Häufig wechselndes “Kleingedrucktes”
  • Umfangreiche Optionenauswahl bei der Registrierung bedürfen eines ausgeprägten technischen Verständnisses
  • Großer zeitlicher Aufwand zur Pflege des Profils
  • Hohe Frequenz bei der Aktualisierung von Inhalten

Karriere auf Facebook
Interessant ist, dass Personalthemen sich auf facebook nicht so häufig wiederfinden. Laut der o.g. BITKOM-Studie zum Thema Social Media in deutschen Unternehmen nutzen nur etwa 8% der Unternehmen facebook für ihre Personalarbeit. Das liegt zum einen sicherlich an den vorgenannten Aspekten, zum anderen aber auch daran, dass soziale Netzwerke wie beispielsweise “facebook”, “StayFriends” oder “wer-kennt-wen” von ihren Usern nahezu ausschließlich für private Zwecke genutzt werden. Jobangebote oder Karrieremodelle werden von den Nutzern auch nicht erwartet. Es wird klar getrennt zwischen privaten und Karrierenetzwerken. Bei facebook stehen Funktionen wie der Austausch mit Freunden, der Erhalt und die Weitergabe von Informationen, das Hochladen und Teilen von Fotos an oberster Stelle. Jobangebote, Unternehmensinformationen oder Arbeitgeberpräsentationen finden dagegen nur selten “Fans”. Weitere Informationen zur Nutzung Sozialer Netzwerke im Internet bietet die BITKOM-Studie “Soziale Netzwerke .
So ist es nicht verwunderlich, dass mittelständische Unternehmen eher keine Karriereseiten auf facebook unterhalten.

Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass facebook durch seine große Popularität sicherlich eine gute Basis für die Verbreitung von Unternehmensinformationen darstellt.
Was spezielle Karriereinformationen betrifft, zeigen die Nutzer in einem eher privat geprägten Netz lediglich geringes Interesse.

Fachinformationen zu spezialisierten Industrieprodukten sucht man derzeit noch eher in Branchenportalen, B2B-Verzeichnissen oder Lieferantensuchmaschinen. Erfolgsaussichten im Bereich B2B und B2C sind jedoch durchaus vorhanden, solange es sich um generelle Unternehmens- und Produktinformationen oder den Austausch mit der Öffentlichkeit handelt. Der Zeitaufwand für ein konsequentes Engagement bei facebook und der daraus resultierende Nutzen für Kundenbindung und -generierung muss abgewägt werden.

Unabhängig von der Branche sind unter Umständen sogenannte facebook Gruppen interessant. In offener oder geschlossener Form können hier Gruppenmitglieder Informationen austauschen. Kleine und mittelständische Unternehmen können oftmals den Zeitaufwand für eine konsequente und aktuelle facebook-Präsenz nicht leisten. Über ihre Mitarbeiter bestünde hier die Möglichkeit, ein menschliches Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit zu vermitteln, beispielsweise zu offen einsehbaren Betriebssportgruppen.

Für Personal-, Recruiting- und Karrierethemen bietet sich facebook zur Zeit in Deutschland noch nicht an. Die Zielgruppe (Generation Y) hat noch nicht gelernt, den Vorteil der Karriereplanung über facebook für sich zu erkennen. Hierfür sollte anderen Communities, wie beispielsweise XING oder LinkedIn, der Vorzug gegeben werden.Langfristig wird facebook sicherlich als Recruiting-Kanal unmittelbar einsetzbar sein.

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