Online-Tagebücher, auch genannt Blogs.

Vollbild anzeigen

Nach RSS und Wiki benötigt man hier, aus Sicht der Unternehmen, schon etwas mehr Zeit für deren Pflege.

Angefangen hat es mit den assyrischen Tontafeln der Antike. Aufrechterhalten von Robinson Crusoe und gewissenhaften Kapitänen wurden sie zunächst handschriftlich mit Tinte auf Papier gebracht. Heute sind sie in digitaler Form vorhanden. Die Rede ist von Log- sprich Tagebüchern. Diese “Tagebücher des Webs” oder Blogseiten, haben sich rasant weiterentwickelt. Von der reinen Aufzeichnung der täglichen Begebenheiten auf der Insel oder an Bord ist man Anfang der 90-er Jahre zum Erläutern aktueller Entwicklungen interessenspezifischer Themengebiete, meist aus der Ich-Perspektive des Bloggers, übergegangen. Wer hätte gedacht, dass die “Aktion Sorgenkind” Mitte der 90er einen der ersten Blogs führte. Damals war die Zahl noch überschaubar mit einigen 100 Blog-Pionieren im Internet. Mittlerweile haben wir es mit  200 Mio Blogs und mehr als 100 kostenlosen Anbietern geeigneter Blog-Software zu tun.

Dabei wird unterschieden zwischen der sogenannten internen und externen Blogtechnik. Man kann die Software auf dem eigenen Server oder von einem Bloghoster einrichten lassen. Bekanntester kostenloser Anbieter am Markt ist WordPress, der beide Möglichkeiten vorhält. Wer sich nicht mit Wartung und (Sicherheits-) Updates herumschlagen will, wählt eher einen Hosting-Dienst. Einen guten Überblick über die verschiedenen Dienstleister findet man auf Die 10 besten Bloganbieter und Bloganbieter.de

Unternehmen und Medien setzen diese Form der Internet-Technik vor allem dazu ein, um Meinungen ein- und aufzufangen. Herausstechendes Merkmal jedes Blogs ist daher die “Kommentarfunktion” für Leser. Wer sichergehen möchte, keine ungewünschte Spam-Resonanz zu erhalten, baut eine vorhergehende Verifizierung per E-Mail ein. Dies verhindert allerdings viele spontane und ernsthafte Kommentare derjenigen, die dieses Prozedere als Zeitfresser empfinden.

Wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten für Blogs in der internen und externen Unternehmenskommunikation sind, zeigt sehr anschaulich die folgende Grafik:


Quelle: bernetblog.ch – “Corporate Blogging -Chancen, Erfahrungen, Trends”
© Weblog-Formen, Medienarbeit im Netz, Marcel Bernet, www.onlinepr.ch S.106

Hinsichtlich der internen Kommunikation nennen wir gerne das Beispiel des bloggenden Personalvorstandes von McDonalds auf http://www.employerbranding-blog.de. Gerade Vorstände größerer Unternehmen können so für mehr Transparenz ihrer Tätigkeiten sorgen und im Idealfall den direkten hierarchieübergreifenden Kontakt zu ihren Mitarbeitern halten.

Auch für kleinere Unternehmen macht es Sinn, besonders in Krisenzeiten oder bei Veränderungsprozessen einen speziellen Informationsblog einzurichten, der die Mitarbeiter ohne Verzögerungen auf dem Laufenden hält.

Für Unternehmen sind Blogs, insbesondere solche, die sich zu fachspezifischen Leistungen oder Produkten an die Öffentlichkeit wenden, über alle Branchen hinweg von Vorteil,
wenn sie

  • ernsthaft betrieben werden, d. h. regelmäßig mit ca. 1-2 Beiträgen pro Woche bestückt werden
  • gut geschrieben sind, d. h. einen lesbaren Mehrwert an Hintergrund- und Zusatzinfos in authentisch ansprechender Form liefern
  • SEO-Kriterien nicht außer Acht lassen (Keywords, URL…)
  • regelmäßige Technik-Updates erfahren

weil sie

  • das Unternehmen persönlicher werden lassen als eine Hochglanz-Broschüre
  • die Einzigartigkeit der direkten Interaktion mit dem Kunden oder den Mitarbeitern liefern
  • dem Unternehmen einen Experten-Status einräumen, der jederzeit auf aktuelle Entwicklungen eingehen kann
  • gerade KMU damit eine äußerst kostengünstige Möglichkeit bieten, ihr Google-Ränking entscheidend zu verbessern
  • sich zudem sehr gut mit einem Newsletter-Service verbinden lassen

 

Für diejenigen, die Geschmack an dieser Mitteilungstechnik gefunden haben, hier nun noch ein paar Begrifflichkeiten aus der Bloggerszene:

Blogroll: Linksammlung von Blog-Adressen, die ebenfalls interessante Aspekte zum betreffenden Thema aufweisen

Trackback: Nimmt ein Blogger in einem seiner Artkel Bezug auf einen Beitrag in einem anderen Blog, so kann er dies auch im “Quellblog” kenntlich machen, indem er einen Trackback setzt: Durch Kopieren der sogenannten Trackback-URL im Ausgangsartikel und Anfügen im entsprechenden Trackback-Fenster unter seinem eigenen Beitrag, erhalten Leser und Betreiber auch des Ursprungsblogs den Hinweis, dass weiterführende Informationen unter der angegebenen Blog-Adresse existieren.

Pingback: Diese spezielle Blog-Software ersetzt das manuelle Eintragen der Trackback-URLs. Sobald eine andere Blog-Adresse im Artikel eingefügt wird, informiert diese Software atuomatisch die jeweiligen Seiten über die Verlinkung. Unterstützt wird dieser Automatismus unter anderem von WordPress.

Online-Tagebücher / Blogs